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Veränderungen des Geschmacksempfindens, ein anhaltender Mangel an Appetit und die fehlende Lust am Essen sind häufige und belastende Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung und -therapie. Diese vielschichtigen Veränderungen sind körpereigenen Mechanismen geschuldet, denen sich mit dem richtigen Verständnis jedoch wirksam entgegenwirken lässt.

Geschmacksveränderungen

Geschmacksveränderungen sind keine Seltenheit im Laufe einer Krebstherapie. Besonders während einer Chemotherapie kann es dazu kommen, dass Speisen plötzlich verstärkt metallisch, sehr süß oder salzig oder sogar nach gar nichts mehr schmecken.


Viele Betroffene nehmen auch Gerüche empfindlicher war. Meistens klingen diese veränderten Sinneswahrnehmungen nach Ende einer Krebstherapie wieder ab.

Die Geschmackswahrnehmung ist in unserem Körper über ein komplexes System vernetzt, an dem alle Sinne beteiligt sind. 

Mit unserer Nase nehmen wir Aromen auf und Geschmacksknospen auf unserer Zunge reagieren auf die Empfindungen süß, sauer, bitter, salzig und umami.

Durch die gezielte Stimulation dieser Faktoren lassen sich spürbare Effekte erzielen: Auch das Auge isst mit und ein Gericht schmeckt uns dann besser, wenn es lecker aussieht. Ebenso lässt sich über die Textur und Temperatur die Geschmackswahrnehmung steuern. Eine cremige Konsistenz erzeugt beispielsweise ein angenehmes Mundgefühl und warme Speisen schmecken intensiver als lauwarme oder kalte. Es gibt hier also viele Möglichkeiten das Geschmacksempfinden positiv zu beeinflussen und die Freude und den Genuss am Essen zu bewahren.‍

Tipps bei Geschmacksveränderungen

  • Wählen Sie Nahrungsmittel und Speisen aus, auf die Sie Appetit haben. Zwingen Sie sich nicht dazu, Lebensmittel zu essen, die Ihnen gerade nicht schmecken.
  • Aromatisiertes Wasser mit gefrorenen Früchten, Minze, Zitronen- oder Orangenscheiben kann unangenehmen Geschmack neutralisieren.
  • Spülen Sie den Mund vor dem Essen aus und trinken Sie öfter kleine Mengen. Getränke aus Glasflaschen werden häufig besser toleriert.
  • Verfeinern Sie Ihre Speisen mit frischen, duftenden Kräutern. Besonders Basilikum, Schnittlauch, Minze und Thymian wurden in den Kochkursen der Hessischen Krebsgesellschaft als positives Geschmackserlebnis wahrgenommen.
  • Bleiben Sie experimentierfreudig und probieren Sie neue Rezepte und Geschmacksrichtungen aus. Vielleicht schmecken Ihnen plötzlich Kräuter oder Gewürze, die Sie vorher nicht mochten.
  • Würzen Sie Ihre Speisen beim Kochen eher zurückhaltend und verfeinern je nach Belieben beim Essen.
  • Starke Gerüche können die Abneigung gegen das Essen verstärken. Lüften Sie vor dem Essen, und decken Sie die Speisen bis kurz vor dem Verzehr ab.
  • Marinieren Sie Fleisch vor dem Kochen oder Braten in süßen Marinaden, Sojasauce, Wein oder Fruchtsäften.
  • Sollten Sie eine Abneigung gegen Fleisch entwickeln, ist Fisch oft eine bekömmliche und gute Alternative.
  • Verfeinern Sie Ihre Speisen mit etwas Butter, Sahne oder Schmand. Das sorgt für eine cremige Konsistenz. Zudem ist Fett ein guter Geschmacksträger und liefert zusätzlich Energie.
  • Knackige und knusprige Zutaten wie z.B. Croutons können über das Kauerlebnis Geschmacksverluste ausgleichen.
  • Vanille, Zimt und Tonkabohne können metallischen Geschmack reduzieren. Stellen Sie sich z.B. ein Vanilleöl selbst her und träufeln es vor dem Verzehr über Gemüse.
  • Bei metallischem Geschmack kann das Essen mit einem Besteck aus Kunststoff oder Holz besser schmecken.
  • Verwenden Sie beim Kochen farbenfrohe Zutaten (buntes Gemüse, frische Kräuter etc.) und richten Sie Ihre Speisen optisch dekorativ auf dem Teller an.
  • Wählen Sie Portionsgrößen, die in der aktuellen Situation für Sie zu bewältigen sind. 

Appetitlosigkeit

Reduzierter Appetit ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen im Laufe einer Krebserkrankung. Die Ursachen hierfür sind komplex. Verantwortlich ist zum einen der Tumor selbst, der Botenstoffe aussendet, die das Hungergefühl unterdrücken. Zum anderen können auch die teilweise aggressiven Therapien zu einem verminderten Appetit führen, weil sie Geschmacksveränderungen, Mundtrockenheit, Übelkeit und andere Nebenwirkungen hervorrufen können. Auch die psychische Belastung kann die Appetitlosigkeit verstärken. Viele Betroffene berichten davon, dass sie gerne essen würden, aber nicht können. Für Angehörige und nicht selbst Betroffene ist es oft schwer nachvollziehbar, wie belastend es sein kann, wenn man plötzlich keinen Appetit mehr hat oder die Lieblingsspeise nicht mehr schmeckt.

Es gibt hier kein Patentrezept, aber viele Empfehlungen, die hilfreich sein können. Probieren Sie aus, was Ihnen am besten hilft und haben Sie Geduld mit sich selbst. Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg.

Tipps bei Appetitlosigkeit

  • Kräftige Gemüse- oder Fleischbouillon kann den Appetit anregen.
  • Verteilen Sie Ihre täglichen Mahlzeiten auf 5-6 kleine Portionen. Dies wird häufig besser vertragen, als 3 große Mahlzeiten.
  • Oft werden flüssige und weiche Speisen wie sämige Suppen und Eintöpfe besser toleriert. Auch ein Pudding oder Milchshake ist oft gut bekömmlich.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre.
  • Bauen Sie kleine Snacks zwischendurch ein. Käsewürfel und Nüsse eignen sich hier gut, um den Körper mit Energie und Eiweiß zu versorgen.
  • Packen Sie sich Snacks ein, wenn Sie unterwegs sind.
  • Kochen Sie auf Vorrat. So haben Sie jederzeit etwas griffbereit, wenn Sie das Bedürfnis haben etwas zu essen.
  • Bei schnellem Völlegefühl versuchen Sie eher zwischen den Mahlzeiten zu trinken.
  • Machen Sie einen kleinen Spaziergang vor dem Essen. Bewegung an der frischen Luft regt den Appetit an.
  • Gegen Übelkeit unterstützen Medikamente, die Sie vorbeugend einnehmen können. Sprechen Sie dazu Ihren Arzt oder Ihre Ärztin an.

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